6 Feb 2017

Ausweitung der Kampfzone

Submitted by ebertus

Sie schrecken vor nichts zurück, diese sog. Neurechten; hüben wie drüben. Oder will man "uns" hierzulande hinter die berühmte Fichte führen? Warum wird keine inhaltliche Auseinandersetzung geführt? Warum diese Randale, gerade in Berkeley, dem Geburtsort freier Rede?


Was von Fox News, einem Murdoch-Sender zu erwarten ist, das steht wohl außer Frage. Nur das als möglichen Fake abzutun, bestenfalls zum Einzelfall herabzuwürdigen, das geht im Zeitalter des -zumindest hierzulande- noch relativ frei zugänglichen Internet dann eben nicht mehr.

Schwule und Lesben, Schwarze, Muslime und Latinos, Menschen mit Migrationshintergrund und Frauen sowieso, all' die wählen doch keinen Trump. keine Petry, keine Le Pen, sind gut per Definition. But wait ... kann es kaum schlimmer kommen, für die per Definition Guten. Rassismus, Sexismus, Homophobie (oder Antisemitismus) als gern verwendete, diffamierende Zuschreibung ist gerade in Sachen Trump & Co. nicht mehr so eindeutig einer bestimmten Ideologie zuzuordnen. Auch sog. Rechte können Schwule, Lesben, Schwarze, Migranten, Männer oder Frauen sein;
erstaunlich ...

Dabei war dieser Plot so so schön: Weisse, alte, bildungsferne Männer vom Lande sind die potentiellen Wähler (Innen?) der neuen Rechten. Dieses von den Großmedien hierzulande sorgfältig aufgebaute Bild, dieser Popanz, diese pontemkinschen Dörfer haben noch lange nicht ausgedient, werden beinahe täglich neu von der medialen Kanzel herab verkündet; auch wenn die demoskopischen Zahlen zum Brexit und dann zur Wahl von Trump das so nicht bestätigten.

Das hier verlinkte, nun kurz thematisierte Video ist wahrscheinlich so ein Fake, so ein Einzelfall. Jeanine Pirro, die Tochter libanesischer Migranten und als ehemalige Richterin nicht gerade bildungsfern, sie befragt Milo Yiannopoulos, einen eloquenten jungen Engländer mit (dem Namen nach) wohl griechischen Wurzeln, den sie als Unterstützer von Trump sieht, der obendrein noch schwul ist. Blasphemie, wohin man schaut.

In dem Gespräch geht es um die guten, wohl moderaten (Neusprech?) Randalierer, die den Campus der Universität von Berkeley verwüsteten, als Yiannopoulos und von Studentengruppen eingeladen, dort eine Rede halten wollte. "Free Speech" in Berkeley mal anders herum ... Und wer da Parallelen zu einem ähnlichen Vorfall, erst vor wenigen Wochen an einer deutschen Uni erkennt, der liegt da wohl nicht vollkommen falsch.

Als einer, der in den 70ern die Grundsatzdebatten zur Frage der Gewalt gegen Personen vs. Gewalt gegen Sachen verfolgt hat, bin ich relativ fassungslos zu erleben, dass diese Unterscheidung heute keine Frage mehr scheint. Ob torten oder entglasen, ob gegen Personen oder gegen Sachen, da ist kein Unterschied mehr; wichtig dagegen, dass es sich um moderate, sprich: gute Gewalt handelt. Dann scheinen das auch die Qualitätsmedien hierzulande -zumindest klammheimlich- zu akzeptieren.

So wie eben diese Tage, moderat zu dem was drüben in Berkeley geschah ...

- - - - -

Einige Links für den schnellen Überblick:

Wikipedia über Jeanine Pirro

Nochmal Wikipedia über Milo Yiannopoulos

Termitenblogger "ebertus" über Laurie Penny, Milo & Co.

Die FR (durchaus moderat) über Jana Schneider

Kommentare

Bild des Benutzers costa esmeralda

Lieber Bernd, ich habe z. Z. der Studentenrevolte in Heidelberg mit dazu beigetragen, das Menschen wie der junge Kohl und auch Schäuble damals an unserer Uni kein Bein an die Erde bekamen. Schäuble musste mit Freiburg vorliebnehmen, Kohl blieb auf die Pfalz beschränkt.  

Bild des Benutzers ebertus

dass ich dahingehend zu naiv, zu blauäugig bin.

Nur ist Gewalt und insbesondere Gewalt gegen andere Menschen nicht mein Ding. Auch bei politischen Demos, hinter deren Zielen ich stehe, da halte ich mich eher am Rande auf. Und in Sachen Fußball, anderer Menschenansammlungen mit mir bedrohlich erscheinendem Charakter habe ich schon früh eine gewisse Phobie entwickelt.

Wahrscheinlich ist bzw. wäre mir dann ein Los ähnlich dem von Benno Ohnesorg beschieden: im Hinterhof von einem durchgeknallten Ordnungshüter schlicht erschossen zu werden ...

Mein Englisch ist, sagen wir mal, rudimentär. Ich bin wohl der klassische Sprachidiot.
Deshalb ist es mir nicht wirklich möglich, das, was der Typ textet, richtig zu verstehen und einzuordnen. Ich kriege bestenfalls mit, worum es geht. Zumal er sehr schnell spricht.

Also habe ich nach deutschsprachigen Belegen gesucht. Also grad mal den Namen gegoogelt. Und ich fand einige Artikel im Spiegel, der NZZ, der FAZ und der Tagesschau. Aber es war eigentlich immer der gleiche. Bis hin zu der Beschreibung: "Erzkonservativ, schwul, rechts", die an verschiedenen Stellen auftaucht. Der gleiche Autor? Die gleiche Quellen? Bei den Kollegen abgeschrieben? Was weiß ich.

Eines seiner ständigen Themen, dass fand ich auf deutsch und auch in einem Vid in englisch, das ich verstehen konnte, ist, dass er als schwuler Mensch in zehn muslimischen Ländern legal mit der Todesstrafe bedroht wäre und dass mehr als die Hälfte der der britischen Muslime das ok finden (oder die Bestrafung von Schwulen ok finden? Ich kann dass nicht so exakt wiedergeben)

Wäre in meinen Augen ein Thema, mit dem man sich sehr ernsthaft auseinander zu setzen hätte. Die Methoden, die da im amerikanischen Diskurs verwendet werden, Sie haben sie genannt: Entglasen, Anzünden, Schlagen, sind da vielleicht nicht ausreichend überzeugend.

Bild des Benutzers ebertus

spricht mir Yiannopoulos oft auch zu schnell.

Und er dürfte mit seinem Thema ebenso ein Stück weit übertreiben, weiss sehr wohl, dass das ein Trigger ist. Gerade wenn es bei den (zehn?) muslimischen Ländern zu unseren ziemlich besten Freunden kommt, zu Saudi Arabien oder den Golfstaaten, so werden dann die selbsternannten Jäger aller Neuchrechten eher leise, ist gepflegte Bigotterie das verbleibende last resort im Diskurs.

Bild des Benutzers fahrwax

@ Costa & Ebertus

Aus Heidelberg vertrieben sind die Durchgenallten in "Amt & Würden mit Pensionsanspruch" gelandet - gelungen ist uns da bisher nichts nicht viel.

Sie delegieren noch immer die Knarren in den Hinterhöfen dieser Welt, wo noch immer die Wenigsten hingucken wollen / dürfen.

"No Pasaran", oder die Hoffnung auf ein schickes, komfortables Gitterbett in der kapitalistischen "Pflege"?

finde ich prinzipiell gut.
Nur, Kohl war trotzdem 16 Jahre lang Kanzler und Schäuble tyrannisiert noch heute Südeuropa und gilt, wahrscheinlich deshalb, als einer der beliebtesten deutschen Politiker.

Lieber Robert,
leider ist es so, wie Du sagst. Deshalb habe ich mich trotz Alters aufgemacht, eine unabhängige Direktkandidatur zum BT anzustreben. Die Revolte soll weiter gehen, bis ans Ende unserer Tage. "Einmal Rebell, immer Rebell".
Nichts da mit "Einmal Rebell, dann Konformist auf Lebenszeit mit dicken Pensionsansprüchen". (Leider das Motto so vieler 68er, verdammt noch mal! Das ist leider der Hauptgrund, warum unsere Republik auf den Hund gekommen ist.)
LG, Hermann

Bild des Benutzers ebertus

Darf man jetzt endlich wieder über Schwule hetzen? Ganz offiziell im Staatsfernsehen?

Die Tagesschau geht bei dieser hehren Aufgabe mutig voran, versucht sich dabei et passant an diesem hier im Blog thematisierten, vielleicht etwas ironisch hinterfragten Spagat. Offensichtlich gibt es nicht nur gute Schwuchteln, offensichtlich auch ganz böse.

"gutaussehend, aber brandgefährlich", der Milo, wohl weniger die in Berkeley geworfenen Mollies; die flogen einfach so...

Das ist das einzige wörtliche Zitat. Ansonsten nichts, kein Link, kein Video. Auch die Tagesschau fordert Glauben und Gefolgschaft.
Das Video mit der Kopftuchdame und den USA-Rufen habe ich übrigens gestern auch gesehen. Ich führe jetzt hier keine Kopftuchdebatte. Aber die Frau wurde nicht geschlagen, beschimpft (so weit ich es sah und verstand). Sie rief in den Saal, sichtlich erregt und konnte ihn ohne angegriffen zu werden auch verlassen. Sie ging einfach raus - und gut.

Ich bin wirklich linksradikal, von mir aus linksextrem oder ach was weiß ich. Und substanzielles Verständnis für für "rechte" Positionen wird bei mir nicht mehr zu erzeugen sein.
Aber das, was da exekutiert wird und was sich "links" nennt, wobei ich zunehmend keine Vorstellung mehr davon habe, was das eigentlich sein soll, ist nicht meins.
Und der Witz ist, dass die sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehenden Positionen geeint sind in der Überzeugung, dass es zu einer Gesellschaft, deren einziges Bewegungsgesetz die abstrakte Geldvermehrung um jeden Preis ist, keine Alternative gibt.
Geeint sind sie auch darin, dass sie an den Folgen dieser irren Form, in der wir unser Leben reproduzieren, selbst irre geworden sind, den Irrsinn aber immer nur bei den anderen erkennen können.

Bild des Benutzers ebertus

"Ich bin wirklich linksradikal, von mir aus linksextrem oder ach was weiß ich. Und substanzielles Verständnis für für "rechte" Positionen wird bei mir nicht mehr zu erzeugen sein."

und den von interessierter, systemkonformer Seite gern erhobenen sog. Querfrontvorwurf, den sollte man einfach abkönnen. Klar, leichter gesagt als getan, merken mit Sicherheit viele Menschen, dass bei der Berichterstattung von der taz bis zur tagesschau wohl "irgendwas" nicht stimmt. Nur öffentlich artikulieren wollten Manche das (noch) nicht, wäre auch so ein Outing, ähnlich dem der Schwulen und Lesben; und ist mit ganz realen Gefahren verbunden.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Kann mir der Verfasser dieses Blogs oder sonst einer der Beteiligten einmal erklären was ich hier lesen muß?

Zunächst wird ein Videoclip von Fox-News eingestellt in dem ein schwuler Konservativer sich als das Opfer linker Studenten hinstellt, weil diese ihm sein Pro-Trump-Engagement und seinen Tätigkeit bei Breitbart mehr als nur lautstark übelnehmen, gleichzeitig sich zum Ankläger von Berkley und allen anderen "liberalen" Universitäten der USA macht , dass diese den fünften Verfassungszusatz (Recht auf freie Rede) nicht durchsetzten (50 Unis hätte er, Milo, zu diesem Zweck schon besucht) und wird dabei von einer Latinoamerikanischen Moderatorin von FOX-News (Seht wie tolerant FOX ist!!!) , ihn unterstützend, präsentiert. (Keine Sorge, ich spreche und verstehe Englisch fließend auch bei der Sprechgeschwindigkeit der "gefährlichsten Schwuchtel der Welt")

Hier m Thread wird dann alleine fast nur die Frage diskutiert, ob das denn eine Fake-News sei, statt einfach zu bemerken, dass dieser Milo schlicht unterwegs ist, das liberale Amerika zu provozieren, um Trump die scheinbare Munition zu liefern seinen Irrsinn öffentlich zu "rechtfertigen".

Nicht ganz nebenbei nehmen hier außer Robert und Fahrwax  und Costa dann alle die Gelegenheit wahr, die uralte Debatte aus 1965 bis zum Deutchen Herbst, der Frage, ob Gewalt gegen Sachen erlaubt sei, gegen Personen aber nicht, zu führen und das in dem kleinbürgerlichen Farbmischmasch von NPD, CDU, CSU, FDP und damals schon rechter SPD, was nur ein einziger Akt gegen APO und sonstige Linkskräfte immer schon war und also auch heute noch ist.

Hier wird die "Kampfzone" eindeutig von rechts nach links ausgedehnt, links steht der Feind.

Das soll hier ein links argumentierender Thread sein?????????

P.S.: Bevor ich es vergesse, sei noch darauf hingewiesen, daß uns Marie dann schließlich geschwind noch vor die Dresdner Frauenkirche entführt, um aus entäuscher Ostsicht im Chor mit Propagandaschau und Pegida auf ihre Art völlig undifferenziert auf Westmedien und für sie verunglückte Kunst politisch zu schimpfen. Was das dann noch mit Berkley und Trump zu tun hat, erschließt sich sowohl dem Neurechten als auch dem wirklich kritischen Linken, wenn auch mit verschiedenen Ergebnissen  in der Deutung.

Bild des Benutzers ebertus

und nicht "Latinoamerikanisch", die Moderatorin.

Bild des Benutzers Uwe Theel

ok, wird richtig sein, aber warum wäre es wichtig zu unterscheiden, ob Fox sich mit einer lebanese American oder einer latino American ein falsches Alibi anheftet, oder bist Du der persönliche Pressereferent der Moderatorin?

Bild des Benutzers Delloc

"Kann mir der Verfasser dieses Blogs oder sonst einer der Beteiligten einmal erklären was ich hier lesen muß?"

Ja, der monkey-mind liebt die freie Assoziation... smiley

Ego-Projektionen, die sich „affengleich“ von einem Gedankenfetzen-Event zum nächsten schwingen. Dabei wird die Flut der Wahrnehmungen individuell selektiv „manipuliert“, um qua trancenähnlicher Verzerrungen die eigenen Vorstellungen mit der lebendigen Wirklichkeit übereinstimmend zu erleben. (Selektive Wahrnehmung)

„Nur fort von allen vielen, welche das Leben spielen...“ (Rainer Maria Rilke)

„Kommunikation“ ist in einem Forum das schöne, „egomane Selbstdarstellung“ das wahre Etikett!

Das Witzige daran ist aber, dass diese Manie auf der Illusion beruht, dass das Image, das man von sich selbst als einer Person kreiert, irgendwie oder irgendwann so realistisch und nachhaltig bestätigt würde, dass jeder Zweifel daran ein für alle Mal zum Schweigen gebracht würde. Solange aber dieser Zweifel nagt, wird jeder noch so schlaffe und vertrocknete „Lianenstrang“ ergriffen, um sich – wie Tarzan heldengleich - zum nächsten Gedankenfetzen-Event zu schwingen.

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht wirklich, was Sie sich wünschen, erklärt zu bekommen.

Falls es die Frage sein sollte, ob man Fox oder Propagandaschau oder BILD oder was weiß ich verlinken darf, die kann ich nur mit einem ziemlich unerschütterlichen "Ja" beantworten.
Meine Bereitschaft zu akzeptieren, dass man dieses nicht lesen, jenes nicht anschauen, mit dem da nicht sprechen und mit ihr nicht in der Straßenbahn sitzen darf, ist absolut NULL. Und obwohl man mit mir über ziemlich alles streiten kann - da bin ich verdammt orthodox.
Ein Großteil der Irrtümer meines Lebens, und ich weiß, dass das verdammt viele waren, resultierte auch daraus, dass ich mir erzählen ließ, was ich für richtig und was ich für falsch zu halten habe statt zu versuchen, es selber raus zu bekommen. Nicht, dass ich beschwören kann, dass ich es raus bekommen hätte. Aber ich hätte es versuchen müssen.
Und so halte ich wenigstens jetzt, so zu sagen am Schluss.

Wenn Sie allgemein die Frage bewegt, ob alle, einige oder ein Diskutant falsch liegen, kann ich mich vernünftiger Weise nur am Streit beteiligen, wenn es mich und meine Beiträge betrifft. Mache ich gern, sehr gern und ich neige nicht zu übertriebener Empfindlichkeit. Versprochen.

Was die "gefährliche Schwuchtel" betrifft, schrieb ich schon, dass sein schändliches Tun mir mangels ausreichender Englishkenntnisse verborgen blieb und das, was ich in Deutsch über ihn geschrieben fand, gelinde gesagt unzureichend war. Habe ich schon geschrieben und brauche ich nicht wiederholen. Wenn Sie mit Ihrem sprachlichen Vorsprung da in die Diskussion gehen wollen, würde mich das freuen, wenn Sie Konkretes vortragen.
Dass er provoziert, halte ich für keinen sehr relevanten Vorwurf und dass er sich als schwuler Jude als Opfer inszeniert, habe ich mit meinen begrenzten Rezeptionsmöglichkeiten, auch nicht so verstanden. Eher, dass er die Neigung ständig neue Opfergruppen zu konstruieren, verspottet.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Hallo Robert,

Zunächst das Einfache: In dem Kommentar, auf den Sie mir antworteten, steht klar und deutlich wofür ich den FOX-Clip halte und warum er so funktioniert: Er instrumentalisiert den Antisemitismusvorwurf an die (nicht nur studentische) Linke und us-amerikanischen Verfassungspatriotismus um Trumps Rassismus und dessen Verrat an der amerikanischen Verfassung, damit am us-amerikanischen Volk zu verschleiern und Trumps Rassismus und Antiintelltualismus gesellschaftsfähig zu machen. Das ist reaktionär

Ich bin hier nicht in der Position den Prozess Ihrer politischen Bildung und Bewußtwerdung anhand der kurzen Information die Sie dazu gaben zu kritisieren oder gar zu erklären, damit auf Ihre aktuellen Verständnisprobleme meinem Text gegenüber wirklich angemessen zu reagieren. Sie denken da über Ihre Grenzen und Möglichkeiten nach. Das will und kann ich Ihnen auch nicht abnehmen, allerdings, darf ich Sie bitten, Ihre Begrenzugen nicht automatisch als die Meinen anzunehmen, oder mir evtl. welche zu unterstellen, die sie allenfalls fühlen aber nicht kommunikabel benennen können, ansonsten ich mich gerne mit Ihnen auch darüber unterhielte.

HG

u.t

P.S: In meiner Antwort an Fahrwax in

auf die ich Sie auf eine Frage Ihrerseits auch hinwies habe ich Ihnen übrigens schon einmal Antwort auf eine Ihrer Fragen gegeben, worauf Sie aber überhaupt nicht reagierten, oder haben Sie das bisher noch gar nicht registriert?

Keine Ahnung, ob man dazu registriert sein muss, was ich nicht beabsichtige.

Glauben sie mir, dass ich, wenn ich Ihre "Begrenzungen" benennen wollte, ich es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen würde. Im Moment reizt mich diese "Aufgabe" einfach nicht. Der denkbare Lustgewinn ist einfach zu gering. Und wenn sie meine Sicht auf eigenen Irrtum und Erkenntnisgewinn als Begrenztheit interpretieren, die sie für sich selbst ausschließen -ok, ist Ihre Sache. Mein Interesse daran ist noch sehr viel geringer. Ich hatte Ihnen und einem geschätzten zufälligen Leser lediglich begründet, warum ich mir meine Quellen nicht vorschreiben lasse. Nie.

Bleibt, und das ist von mir sehr ernst zu nehmen, dass er seine Herkunft und Disposition instrumentalisiert. Kann ich mir vorstellen. Das-ist leider ein Bestandteil jedes Diskurses geworden: Schwul, farbig, weiblich, deutsch, tirolerisch u.s.w. Als resultierte aus der Zugehörigkeit eine besondere Glaubwürdigkeit . Ob das hier der Fall ist , weiß ich nicht. Aber es ist zumindest ein greifbarer Vorwurf

Bild des Benutzers Uwe Theel

Hallo Robert,

ich bitte Sie, nicht mißzuverstehen: Weder will ich, wie ich bereits betonte, ungefragt über Ihre Begrenzungen im Verständnisgewinnen reden, die Sie selbst übrigens zuvor erst in den Dialog einbrachten, noch ist es mein primäres  Ziel, mit Ihnen unbedingt über die meinen reden zu wollen. Insofern geht ihr Einwurf ins Leere. Ich habe einzig einen Rat geben wollen, wie in jedem Fall mit dem eigenen Bewußtsein der eigenen Begrenztheiten selbst umgegangen werden sollte.

Was die inhaltliche Seite des Threads, insbesondere Ihrer Kommentare, im von ihnen angesprochenen Punkt angeht, so kann ich mit Ihren Worten nicht viel anfangen. Was oder wie soll ich Ihnen antworten, wenn Sie von dem, was Sie mir zunächst als ihre  Meinung vorstellen ("Bleibt, und das ist von mir sehr ernst zu nehmen, dass er seine Herkunft und Disposition instrumentalisiert. Kann ich mir vorstellen. Das-ist leider ein Bestandteil jedes Diskurses geworden: Schwul, farbig, weiblich, deutsch, tirolerisch u.s.w. Als resultierte aus der Zugehörigkeit eine besondere Glaubwürdigkeit"), gleich im nächsten Satz als für Sie selbst nicht greifbar wieder darstellen ("Ob das hier der Fall ist , weiß ich nicht. Aber es ist zumindest ein greifbarer Vorwurf"). Wenn man etwas nicht weiß, d.h. nicht versteht, dann kann man auch nicht einfach in den Raum stellen, dass, das, was man sich nicht erklären könne, beinhalte aber in jedem Fall einen "greifbaren" Vorwurf. Dann müßten Sie ja wenigstens sagen wer den Vorwurf aus Antisemitismus aufgrund des FOX-Clips wem gegenüber, warum und daher "greifbar", in diesem Falle erhebe.

Meine Interpretation habe ich gegeben: Fox instrumentalisiert den konstruierten Vorwurf aus Antisemitismus gegenüber Milo Y. (es hat diesen Vorwurf in Berkley so nicht gegeben) um ihn zum Opfer zu stilisieren, das Trump wiederum als Beispiel nicht zuletzt zur Begründung seiner (nicht zufällig) antimuslimischen Politik dienen kann (seine Politik erscheint so innen- wie außenpolitisch als pro-israelisch, wo sie schlicht nach allen Seiten rassistisch ist). Der klassische Fall einer Rechtfertigung durch Bildung eines Popanzes (Milo Y. sei als Jude herabgewürdigt worden).

Wenn Sie nicht genügend Englisch verstehen, um dem Dialog für volles Sprachverständnis zu folgen und Ihnen die politischen Zusammenhänge sowohl geopolitisch als auch us-innenpolitisch nicht so geläufig zu sein scheinen, würde Ihnen wahrscheinlich  aber auch ein nur besseres Sprachverständnis da nicht weiter helfen.

So, ich denke, der Worte sind in diesem Fall genug gewechselt. Danke für die Aufmerksamkeit.

u.t.

zu Ihrem Fazit: "der Worte sind ...genug gewechselt"

Zu dem, was mich interessiert schreiben Sie nichts oder wenig und das mit einer gewissen Redundanz. Stattdessen etliches über mich bzw, was sie sich da vorstellen. Das steht ohne ohne jede Einschränkung frei. Tun Sie es oder lassen Sie es ganz nach belieben. Wenn es Ihnen Freude bereitet. Mir ist es reichlich egal.
Mein Interesse gewinnen Sie nicht. Es langweilt mich einfach und das ist etwas, was ich üblicher Weise , meist erfolgreich, meide. Wenn Sie damit das Interesse anderer Leser gewinnen, sei es Ihnen gegönnt.
Für mich gilt: Der Worte sind genug gewechselt

Bild des Benutzers ebertus

dass ich mich mit einem Text von Gerd Buurmann anfreunden mag ...

Buurmann, ein sogenanntes Israelshop wie es im Buche steht betreibt den Blog "Tapfer im Nirgendwo", bei dem ich trotz aller Diskrepanz immer wieder rein schaue, auch schon einige Male kommentiert habe. Buurmann ist außerdem Schauspieler, Kleinkunstdarsteller und dahingehend im Kölner Raum eine lokale Größe. Eigentlich Atheist, so macht er über die israelisch-jüdische Verbindung schon gern mal eine Ausnahme. Politisch scheint er mir eher konservativ, us-affin sowieso, gar islamophob angesiedelt und gibt sich in Sachen Homosexualität beispielsweise äußerst liberal.

Auf seinen aktuellen Blog zu Milo Yiannopoulos sei hier verwiesen und verlinkt, nicht zuletzt wegen einem in diesem Zitat eher unscheinbar daherkommenden Detail:

"Er ist ein britischer, homosexueller, prakitizierender Katholik mit einem griechischen Vater und einer jüdischen Mutter, der in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt."

Gleich zweimal wird hier die Religion getriggert, als Katholik und -wichtiger im Kontext noch- mit einer jüdischen Mutter. Genau diese Diskursfigur, steht ja heute vielfach über den Inhalten, wird hervorgehoben oder verschwiegen, wenn es denn passt bzw. nötig erscheint. Jeder Bankier ist ein Guter, soweit ihm die richtige Religion gegeben ist und selbst George Soros, der Großspender aller guten NGO's hat sie, diese richtige Religion, sind seine Kritiker per Definition Antisemiten.

Und damit abschließend zu dem weiter oben erwähnten Tagesschau-Beitrag. So kommen bei dem öffentlich-rechtlichen Lückenmedium weder der praktizierende Katholik, noch die jüdische Mutter vor. Passt eben nicht im Kontext des (Hetz)artikels, ist als gern angeführte Verteidigungsstrategie den Guten vorbehalten, werden weniger Gute genau darüber subtil bis offen diffamiert.

Da sei die Mutter von Milo Yiannopoulos vor ...

Bild des Benutzers Uwe Theel

Man kann zwar trefflich grundsätzlich darüber streiten, wie Medien insbesondere darauf zu sprechen kommen, "das Jüdische" oder auch weniger brisante Themen in den bewußten Focus zu nehmen oder auszulassen (Die Partei Die Linke wäre hier auch ein schönes Beispiel), aber im vorliegenden fall bringt Milo Yiannopoulos diese seine religiöse Herkunft, wie seine sexuelle Orientierung (bescheuertes Wort) selbst aktiv in seine Selbstpräsentation ein, bzw. wird sie von der Moderatorin für ihn eingebracht. Dies ist eine raffinierte Rhetorik um ihn genau in die Opferrolle zu manövrieren, die er objektiv gar nicht einnimmt, um - im konkreten Zusammenhang - Trump als "Beweis" für seinen Rassismus zu dienen, und Du scheinst mir darauf reingefallen zu sein.

Oder was wolltest Du, Bernd, mit Deinem Kommentar beweisen, wenn ich davon absähe, dass Du Dich in sehr schwurbeliger Weise selbst in die Reihe der üblichen Kritiker der "Lügenpresse" versuchtest einzureihen?

Bild des Benutzers ebertus

Ja, mach' das und bleibe bitte inhaltlich; enthalte Dich persönlicher Zuschreibungen.

Dass ich ein Kritiker der Lückenmedien bin, das mag nicht bestritten werden. Dieses Gepräch zwischen Ken Jebsen und Ulrich Teusch sei Dir daher wärmstens anempfohlen.

Ebenso mein nächster Blog (coming soon) in Sachen der medialen Nischen ...

Bild des Benutzers Uwe Theel

Zuallerst bitte ich doch mal um konkrete Antwort, wo ich in meiner durchaus inhaltlichen Diskussion des Milo Y. -Auftritts mich "persönlicher Zuschreibungen" (welche wären dies und warum wären Sie dem Chefredakteur unbotmäßig?) nicht enthalten hätte, daß hier derart paternalistische Ermahnung, noch dazu ohne jedes Mandat dazu, nötig wäre? Nicht ganz nebenbei: Diese Ermahnung an mich, war die eigentlich nicht persönlich gemeint? Und: Setztest Du - wenn ja, in absurder Weise - Soros mit mir in Vergleich, oder wozu die Referenz wem gegenüber?

Zum Inhaltichen: Ich brauche keine Jebsen-Interviews, um beurteilen zu können, wie ideologisch gesteuert, motiviert Inhalte der bürgerlichen Presse (print und online) sind (im gegenteiligen Fall auch nicht sind), dazu habe ich nicht nur ein abgeschlossenes Studium der Politologie und Sprachwissenschaft (Psycholinguistik), sondern arbeitslebenlange Erfahrung in Lehrpraxis und Medienpädagogik hinter mir. Insbesondere kann ich beurteilen, ob und wie eine Argumentation von rechts oder von links in die jeweilige Gegenrichtung geht, auch wenn sie sich nach Merkelprinzip in der Mitte verstecken will, was allerdings vorzugsweise in der rechten Ecke geübt wird.

Am Beispiel: Wenn Fox-News etwas von rechts gegen links inszeniert, dann in jedem Fall, um den Rassismus o.ä. des Herrn Trump und das, was er symbolisch/praktisch repräsentiert zu rechtfertigen. Wenn Du z.B. dann einen Hinweis auf das Judentum von Y. dort nicht als Anitsemitismus bemerkst, wohl aber die Abwesenheit bei der ARD dies als Hinweis auf dessen Anwesenheit ansiehst, oder was immer Dein total verschwurbelter Texteil

"Gleich zweimal wird hier die Religion getriggert, als Katholik und -wichtiger im Kontext noch- mit einer jüdischen Mutter. Genau diese Diskursfigur, steht ja heute vielfach über den Inhalten, wird hervorgehoben oder verschwiegen, wenn es denn passt bzw. nötig erscheint. Jeder Bankier ist ein Guter, soweit ihm die richtige Religion gegeben ist und selbst George Soros, der Großspender aller guten NGO's hat sie, diese richtige Religion, sind seine Kritiker per Definition Antisemiten.

Und damit abschließend zu dem weiter oben erwähnten Tagesschau-Beitrag. So kommen bei dem öffentlich-rechtlichen Lückenmedium weder der praktizierende Katholik, noch die jüdische Mutter vor. Passt eben nicht im Kontext des (Hetz)artikels, ist als gern angeführte Verteidigungsstrategie den Guten vorbehalten, werden weniger Gute genau darüber subtil bis offen diffamiert."

meinen soll, aus dem nun tatsächlich nicht klar wird, ob Du nun meinst, dass entweder Fox oder die ARD oder beide antisemitisch agierten, dann nenne ich das nicht politische Analyse, linkstheoretische schon gar nicht. Anscheinend ist Dir im allgegenwärtigen Zweifelsfall - gutbürgerlichem Kochrezept folgend - nach Gefühl und Wellenschlag immer alles wahr/richtig/zutreffend, oder auch nicht, oder beides gleichzeitig.

Dann bin Ich mal auf Deinen getrailerten nächsten Blog zum Thema gespannt!

Bild des Benutzers ebertus

"Eine Stadt stellt sich quer" titelt die ZEIT; wohl als großmedial unterstützte Aufwärmung ...?

Zum AfD-Parteitag in Köln wird mit Sicherheit wieder ganz ordentlich getortet, geteert und entglast; an den mittlerweile guten Mollies sich gewärmt. Und keine Ahnung, wem das Maritim gehört, aber falls es Menschen jüdischen Glaubens sind, dann haben die Guten ein Problem ...

Bild des Benutzers ebertus


Es gibt Regeln, die sich Menschen in weitgehendem Konsens für ihr Zusammenleben gegeben haben. Diese insbesondere zum Schutz von Minderjährigen ergangenen Gesetze und Vorschriften finden auch meine Zustimmung, werden in fast allen Ländern dieser Erde weitgehend akzeptiert und durchgesetzt.

Auch heute noch einflußreiche Vertreter der ehemals BRD-Grünen haben diese Regeln und soweit das bekannt wurde, nicht gebrochen. Sie haben sie jedoch in einem möglicherweise als positiv zu interpretierenden Sinne diskutiert und Fragmente dieser Diskussionen wurden öffentlich; gab es erst kürzlich (2014/15) Untersuchungen zu eben diesen Äußerungen, welche oft Jahrzehnte zurück liegen.

Obwohl ich mich selbst nach det BTW in 1998 aus politischen Gründen von den Grünen abgewendet habe, so gab es und gibt es für mich keinerlei Grund, die damaligen friedenspolitisch-ökologisch orientierten Grünen als Bewegung nun zu verdammen, trenne ich deutlich zwischen Ideologie und Biologie; um das mal etwas verkürzt zu sagen.

Ungleich faktischer, physischer ist der vielfach im Umfeld gerade der katholischen Kirche stattgefundene reale Mißbrauch von Minderjährigen, das nach wie vor geltende Zölibat vielleicht sogar eine Art Anweisung für dieses Tun. Und dennoch, ebenso eindeutig wie zu den Grünen gesagt, so wollte ich es vermeiden, die Religion und den Glauben für das Tun einzelner Menschen verantwortlich zu machen.

Damit abschließend zu dem hier im Blog angesprochenen Milo Yiannopoulos. Er ist aktuell als Editor bei dem Online-Portal Breitbart zurückgetreten, weil er vor einigen Jahren über einen möglicherweise positiv zu verstehenden Sex mit Minderjährigen gesprochen hat, ein realer Mißbrauch ihm nicht vorgeworfen wird.

Ich finde den Rücktritt richtig und konsequent, trenne auch hier, wie bei den Grünen oder der katholischen Kirche deutlich zwischen politischer/religiöser Ideologie und dem expliziten Meinen und Handeln einzelner Menschen.

Und falls dieses Handeln im jeweiligen Kontext eine strafrechtliche Relevanz zeigt, so muss dem nachgegangen werden.

Bild des Benutzers Uwe Theel

@ ebertus - Mi, 22/02/2017 - 10:10

Ebertus sagt: "Damit abschließend zu dem hier im Blog angesprochenen Milo Yiannopoulos. Er ist aktuell als Editor bei dem Online-Portal Breitbart zurückgetreten, weil er vor einigen Jahren über einen möglicherweise positiv zu verstehenden Sex mit Minderjährigen gesprochen hat, ein realer Mißbrauch ihm nicht vorgeworfen wird."

Werter Ebertus, mit solchem bürgerlichem Gesülze, mit dem sich jeder Berufspolitiker dieses Lagers immer gleichzeitig angeblich von etwas distanziert, ohne sich davon scheiden zu wollen, könntest Du jederzeit in Berlin oder anderswo Karriere machen.

Was willst Du mit Deinem, von mir zitierten Passus aussagen?

Dass der Rückzug von Yiannopoulos eine von diesem ehrenwerte Tat sei und den "unbescholtenen Ruf" von Breitbart nicht länger belaste?

Weder ehrt es den Yiannopoulos, noch gibt es einen "unbescholtenen Ruf" des Breitbart-Forums, der wiederhergestellt werden könnte.

Soll Yiannopoulos, dieser Erzreaktionär, damit  in seiner persönlichen Ehre wiederhergestellt werden? - Dein Gerede von der Trennung in private und öffentliche Persönlichkeit kann hier gar nicht greifen: Du kennst Yiannopoulos in keiner Weise persönlich, niemand hier hat ihn "persönlich" angegriffen oder eine schützende Gesetzgebung für Kinder, etc. in Frage gestellt. Yiannopoulos zählt hier allein als öffentliche, also politische Gestalt, die kritisiert werden kann und muß. Dazu siehst Du Dich offensichtlich nicht in der Lage, sondern eierst hier nur mit "persönlichen Bekenntnissen" herum, die Dir niemand abverlangt hat. - Oder fühlst Du Dich zum heimlichen PR-Agenten von Yiannopoulos oder Breitbart berufen?

Soviele Fragen an und keine Antworten von Ebertus.

Bild des Benutzers ebertus

in Sachen meiner Karriere, meiner Optionen in Politik und Medien. Danke!

Die schlichte Frage ansonsten, und wenn Du jenseits von Zuweisungen auf der eher persönlichen Ebene zu dem Thema ernsthaft etwas sagen möchtest, wäre die nach Ideologie vs. Biologie. Und bei Ideologie seien Religionen gern eingeschlossen.

Also unser noch lange nicht erschöpfend abgehandeltes Thema der Tatsachenwahrheiten (Ideologie) vs. der Vernunftwahrheiten (Biologie). Denn genau dort zeigt sich der öffentlich sehr selektiv geführte Diskurs, ist die Geschlechterfrage, die Frage der sexuellen Präferenzen immer nur dann positiv konnotiert, wenn es um gute Minderheiten geht.

(Letzte) Frage - oder als Einstieg zu verstehen ...

Habe weiter oben u.a. auch das Zölibat angeführt. Ist das nun Ideologie oder Biologie? Ist das eine Tatsachenwahrheit oder eine Vernunftwahrheit. Keine Ahnung, ob und in wieweit man religiös gebunden sein muss, um diese Frage überhaupt zu verstehen, sich gar darauf einzulassen.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Wg. Karriere: Bitte, ich bin immer gerne behilflich.

Ansonsten wollte ich eigentlich nur eine einfache Antwort auf die einfache Frage, was Du mit dem von mir zitierten Passus im Hinblick auf Y. und den Zusammenhang in dem er politisch agiert "eigentlich" sagen wolltest.

Was die "Zuweisungen" angeht, so nimm bitte meine Ironie etwa für Dein "Schmunzeln".

Zur Sache:

Noch immer benutzt Du leider die Begriffe "Tatsachenwahrheit" und "Vernunftwahrheit" in, sorry, erkenntnistheoretisch gesehen völlig falscher Weise. Nach allen meinen Versuchen Dir das klar zu machen, versuche ich es hier nicht mehr (es sei denn Du wünschtetest es ernsthaft) ausdrücklich.

Nur soviel: Nicht jede (sprachliche) Aussage, die auf Inhalte der z.B. biologischen Wissenschaften abzielt drückt deshalb eine Tatsachenwahrheit aus. Ideologische Aussagen, als solche im Sinne kritischer Theorie erkannt, drücken niemals Vernunftwahrheiten aus, wiewenig jede "geisteswissenschaftlich" angehauchte Aussage automatisch eine Vernunftwahrheit ausdrücken muß. Du gehst einfach nur hemdsärmelig mit diesen Begriffen um. Deine Berufung auf Arend, Negri, oder sonstwen, oder die Abgrenzung von Sarrazin helfen Dir, so wie Du das machst, in keiner Weise weiter und verkennen Arendt um Lichtjahre der Erleuchtung.

Nur ein Beispiel: Du fragst, "ist das Zölibat nun eine Tatsachenwahrheit oder eine Vernunftwahrheit" und sagst, Du hättest keinen Ahnung. Das glaube ich gerne, solange Deine Frage nicht einmal klar macht ob Du auf die Praxis des Zölibats innerhalb von Teilen einer (historisch gesehen "welcher") Gesellschaft abziehlst, oder eine wie immer gedanklich ausgearbeitete Rechtfertigung für das Gebot keuschen Lebens unter Priestern kritisieren oder belegen wolltest. Was das ganze mit Biologie zu tun haben soll erschließt sich mir gar nicht, es sei denn dir spukten so krude Ideen im Kopf herum, dass die sexuelle Orientierung " biologisch asexuell" zu sein, in Einklang mit einer Verhaltensregel "Zölibat" zu bringen wäre, um, was für Dich ja entscheidend ist, dann  ein Label T-, oder V-Wahrheit daran zu hängen.

Lieber Bernd, so leid es mir tut, aber ich würde mir nie anmaßen, die Statik der Golden Gate Bridge zu berechnen, solange ich das nicht gelernt hätte, sei aber auch Du so gut, mit philosophisch-erkenntnistheoretischen Begriffen, wie auch mit solchen z.B. aus Psychologie, Politologie und Soziologie nicht so zu jonglieren, als seien das beliebige Versatzstücke mit den man im Hinblick auf Wahrheit alles machen könne und sei es nur das, was einem unbedarft einfällt. Mathematiker wie Russell oder Naturwissenschaftler wie Einstein wußten um diese Falle des Denkens und fielen nicht hinein.

Danke für die Aufmerksamkeit.

 

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Nein, so gut bin ich nicht, jongliere gern mit sog. Versatzstücken ... oder ist das verboten?

Und wenn ja, wer maßt sich an, dieses Verbot einzufordern? Wer wollte (hier) Leitplanken aufstellen?

Bild des Benutzers Uwe Theel

Wenn Du nicht mal eine Bitte von einem Verbot unterscheiden kannst, dann lohnt sich mit Dir keine Reden über irgendetwas. Scheinbar brauchst Du solche Popanze (= Ich würde Dir etwas verbieten) um Dich selbst echten Diskussionen zu entziehen. Wahrscheinlich projizierst Du hier Deinen eigenen Wunsch anderen für Dich Falsches zu verbieten. Aber letztlich kann mir das Dir gegenüber egal sein, auf jeden Fall nehme ich Dir jetzt Deinen Blockwartvorwurf, der unentschuldbar ist, wirklich übel.

Wenn Du von Leitplanken als synonym zu Schranken sprichst, dann offenbart dies erneut Dein Unvermögen hier in Rede stehende Zusammenhänge gedanklich angemessen zu durchdringen.

Du kannst denken und reden was Du willst, aber nicht verlangen, dass man Deine Worte, wenn von Dir selbst so kommentiert noch ernst nehmen könnte. - Schade!

P.S.: Klar, Du muß nicht gut sein, so sei etwas anderes, das Gegenteil böse oder schlecht  oder schlicht bedeutungslos. Du kannst es Dir aussuchen, ich brauche da nichts zu behaupten, schon gar nicht zu bestimmen.

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"Habe weiter oben u.a. auch das Zölibat angeführt. Ist das nun Ideologie oder Biologie? Ist das eine Tatsachenwahrheit oder eine Vernunftwahrheit. Keine Ahnung, ob und in wieweit man religiös gebunden sein muss, um diese Frage überhaupt zu verstehen, sich gar darauf einzulassen."

Das Keuschheitsgebot der katholischen Kirche entspringt der Vorstellung, dass das Spirituelle durch Sexualität verfälscht und die Geisteskraft der Religio gestört würde. Darauf basiert die Heilslehre der katholischen Kirche, die beansprucht, eine geheiligte Spiritualität gegen das körperliche Dasein der Menschen und gegen ihr durch die Erbsünde schuldhaft verstricktes Leben zu entfalten.

Da hiermit das Heil der Seele in einen Widerspruch zu ihrer stofflichen Lebensform (Geschlecht und Körper) gebracht wird, gilt Natur selbst als heilswidrig, und die Seele der Natur wird zum Teufel des Geistes.

Die Aufklärung geht sogar noch einen Schritt weiter. In der Abweisung des Glaubens an Gott bekämpft sie zwar auch die Dämonie der Selbstgewissheit, die auf sinnlicher Erfahrung basiert, indem sie die Bindung aller Geistesregungen an die Vernunft postuliert. Nur – im Gegensatz zum christlichen Gottesverständnis – braucht es keinerlei vermittelnde Instanzen, um die „Güte“ alles Seienden zu verstehen und zu beherrschen.

Es ist diese unkritische Fortschrittsgläubigkeit, derer sich die Bürgerliche Gesellschaft nur zu gerne bedient hat, die ihr den Vorwurf des Totalitarismus (Adorno) eingebracht hat. Ein Totalitarismus, an dem primär die Naturwissenschaften beteiligt waren, indem sie Tatsachen-Vernunft als "Schein des Himmelslichts" (Faust I) deklariert haben.

Bild des Benutzers ebertus

ist das ja gerade in Sachen Zölibat wohl nicht so ganz einfach.

Für mich, sorry für das von ut bereits entlarvte Versatzstück, ist es relativ einfach: Das Zölibat ist pure Ideologie, eben die einer einzelnen Religion, unter Glauben subsumiert. Der reale Mißbrauch dagegen, insbesondere durch diejenigen welche dem Zölibat unterworfen sind, das ist Biologie.

Insofern ein guter Hinweis, dieser "Schein des Himmelslichts".

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber Delloc,

wie soll Ebertus Goethe verstehen, wenn er meint Mendel zu verstehen?

Bild des Benutzers ebertus

Hat Goethe die/das Golden Gate mitkonstruiert?

Bin da bereits mehrfach d'rüber; einmal gar zu Fuß und habe mich nie unsicher gefühlt.

Da unterscheide ich gern zwischen dem, was existentiell und dem was nice to have ist. Und einmal mehr der Hinweis auf die bekannte Bedürfnispyramide, ist deren unterste Ebene weit, weit vor Goethe oder den sog. Qualitätsmedien angesiedelt.

Da hatte der gute Brecht schon recht mit seiner Rangfolge vom "erst ..., dann ..."

Oder der  hier:

Ach, Macht kommt aus den Fäusten
Und nicht aus dem guten Gesicht
Aus Mündungen kommt die Macht ja
Und kommt aus den Mündern nicht.

Bild des Benutzers Delloc

Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte...

Bild des Benutzers Uwe Theel

Dein literarischer und geisteswissenschaftlicher Analphabetismus blüht, wächst und gedeiht:

Der von Dir angeführte Brecht, läßt in seiner Ballade "Wovon lebt der Mensch" den Verbrecher Macheath zwar anmahnen „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, daß also ein leerer Magen nur  ans Überleben denkt und nicht an Andere. Das ist aber nur die eine Hälfte der Sache: Die eigentliche Aussage der Dreigroschenoper ist, dass es die bürgerlichen Verhältnisse (des Kapitalismus) sind, die "moralisches", d.h. nicht entfremdetes Leben unmöglich machen. Der Menschenverachter Macheath ist in seinem Selbstverständnis und seiner Lebenspraxis auch um keinen Deut besser als die Bourgeoisie in ihrer Doppelmoral - er wird in den Adelstand erhoben, die Herren wissen warum. Der Satz "Ihr Herren, bildet euch nur da nichts ein, Der Mensch lebt nur von Missetat allein!" des Chors in der Ballade macht klar, dass sich dies nicht ändern wird, solange die Verhältnisse, die dieses Elend bedingen, nicht revolutioniert werden.

Dass dann ausgerechnet so ein Lampenputzer (Tucholsky)  wie Du, der neulich sich noch scheinheilig und staatstragend vom Einsatz der "Mollies" distanzierte, jetzt den frühen Biermann ("Der Kameramann" (1975)) mit dessen bei Mao ("Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen". Aus: Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung, Peking 1967, S.74; Probleme des Krieges und der Strategie, 6. November 1938; Ausgewählte Werke Mao Tse-tungs, Bd. II) entlehntem Bekenntnis zu revolutionären Gewalt für sich in Anspruch nimmt, kann nicht verdecken, dass Du in derselben bräsigen Saturiertheit des Wohlstandsbürgers angekommen bist, wie der "späte" Biermann selbst, allerdings auch in dessen Bedeutungslosigkeit für die Geschichte der Emanzipation des Menschen.

P.S.: Was Deine Verknüpfung von Goethe und der Golden Gate angeht, wo Du auch wieder keine Gelegenheit zur eitlen Selbstdarstellung ausläßt, so bleibt deren Sinnhaftigkeit Deines Injenörs Gehirn Geheimnis, dem ja bekanntlich nichts zu schwör ist.