1 Feb 2017

Neue Nachrichten aus Kurdistan

Submitted by fahrwax

Kurden leben verstreut in über viele Staatsgebiete die das Produkt internationaler Machtkämpfe der letzten Jahrhunderte sind. Sie leben in der Türkei, im Irak, in Syrien. Überall dort sind sie nationalen und internationalen Machtansprüchen ausgesetzt, sind bestenfalls geduldet – werden zumeist verfolgt und blutig unterdrückt.
 

Ein seit vielen Jahren wehrhafter Teil der Kurden, die PKK, wird von der NATO und der EU als „Terroristen“ bezeichnet und auch in Deutschland verfolgt.

Ein hierarchisch strukturierter Familien-Clan (Barsani-Clan) im Irak wird dagegen als „Peschmerga“, auch aus der BRD, im Rahmen des irakischen (eben auch) Proxi-Krieges, gern mit Waffen versorgt.

In Syrien hat ein, gänzlich anders strukturierter, Teil der Kurden sich erfolgreich gegen den IS verteidigt, ihn aus Kobane vertrieben. Sie erzielten, mit bescheidenen Mitteln, Erfolge die hochgerüsteten Proxy-Banden nicht möglich waren und werden von Teilen der deutschen "Linken" gern, aber nicht ausreichend unterstützt:

"Kobanè erreichen wenige Hilfsgüter. Ein Konvoi mit Materialien für Zelte ist gestern wohl über die Grenze gekommen. Es mangelt an allem. Dennoch kehren die Menschen zurück: Sie wollen ihre Stadt wieder aufbauen! Davor kann man nur den größten Respekt haben, denn sie warten nicht darauf, dass andere etwas für sie tun.

In zwei Gebäuden werden Schulräume wieder nutzbar gemacht - mit den dürftigen Mitteln, die sie in der Stadt noch haben. Das spricht für den ungebrochenen Willen: Nicht nur eine Stadt befreit zu haben, sondern auch alles zu tun, damit es eine Perspektive für die Menschen gibt!" 

https://www.schule-kobane.de/2015/03/27/respekt/

Das die amtierende BRD-Regierung ihre, beständig ausgeweitete heimliche Kriegführung bevorzugt, die Region (und die Welt) mit Waffenlieferungen an klar faschistische Regime überschwemmt - müsste inzwischen bekannt sein. Ebenso, dass sie gerade vollauf damit beschäftigt ist in ( den von ihr mitgeschaffenen) Kriegsgebieten Konzentrationslager zur Flüchtlingsabwehr zu errichten:

die "Bekämpfung von Fluchtursachen" - so sehen sie es gern verbreitet...... 

Die kurdische Form der Selbstorganisation wird als  „Demokratischer Föderalismus“ bezeichnet - er ist mit dem vergleichbar was in Europa und Russland als „Rätesystem“ längst und bevorzugt, von hergelaufenen Reaktionäten (unter den hirnrissigten Tarbezeichnnungen) zerschlagen wurde.

 

Wie in der Türkei die parlamentarischen Bemühungen der Kurden in den letzten Jahren zerstört wurden, berichten selbst deutsche MSM (Mainstreammedien).


Zum Thema „Rojava“ ist auch hier bereits einiges auffindbar.

Auch hier und dort.


Inzwischen bekommt auch die kurdische Selbstorganisation US-Waffen – sogar von gepanzerten Fahrzeugen wird berichtet (?????):


Zu der Lieferung an die SDF gehören Berichten zufolge acht gepanzerte Fahrzeuge vom Typ „IAG Guardian 4×4 APC“. Die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ sind die stärkste Kraft im Norden Syriens und wichtigster Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Die YPG gründete am 10. Oktober 2015 mit mehreren moderaten Rebellengruppen das Militärbündnis „Demokratische Kräfte Syriens“ (SDF) gegen den IS, das von den USA unterstützt wird.“

http://kurdischenachrichten.com/2017/01/kampf-gegen-is-usa-liefern-gepanzerte-fahrzeuge-an-sdf/

 

Aktuell werden Vertreter aus Rojava von den Russen in die Friedensverhandlungen eingebunden – trotz der der russischen Beteiligung des Herrn Erdogan (?????).....

Die Kräfteverhältnisse in Syrien haben sich dramatisch verschoben – und so fordert ein kurdischer Vertreter (Xelil) die Türkei auf die 2012 abgebrochenen Friedensgespräche (mit der PKK) wieder aufzunehmen:

 

Egal, wo Krieg herrscht, es ist schlimm. Keiner möchte Krieg. Wir teilen eine 900 Kilometer lange Grenze mit der Türkei. Wir möchten nicht, dass ein Krieg in einem unserer Nachbarländer herrscht. […] Wir hoffen, dass in der Türkei/Nordkurdistan eine Lösung gefunden werden kann, sonst wird dieser Krieg weiter eskalieren. Das wäre nicht gut. Aber das [kurdische] Volk wäre dazu gezwungen, weil ihm keine Alternativen gelassen worden wären.“

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/44308-wir-sind-bereit-fur-verhandlungen-kurden-russland-syrien/


Ein in Berlin lebender Kurdenvertreter gab RT ( 12.12.2016) folgendes, zusätzlich erhellendes Interview:

Kommentare

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Dank für den Beitrag und LG in die Eifel. Man trifft sich in Bälde! H.

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Ja, ein hoffnungsvoller Teil von mir ist bei den Mädchen & Jungs in Kobane - denke wir ziehen am selben Strick (um den Hals).....

Grüße, auch an deine Frau und genieße alles (wenn die Möpse sich nicht schicken, kommen sie "in Bälde" hier in die Pfanne) Werner

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Oh die beiden Kleinen. Ich sehe sie schon nachts, wenn ich zum Pinkeln hinunter in den Garten und an den Zaun gehen will, hinter mir herhasten. Aber nein, Disziplin muss sein. Ansonsten: Ab in die Pfanne!

Mein Lieber, Grüsse von der Costa, wo es wie immer wunderschön ist. Hermann

PS: Ja, mein Herz ist auch bei den Kurden, nicht nur bei den jungen Kurdefrauen. Langfristig muss für dieses Volk ein eigener Staat entstehen, wenn Friede in der Region einkehren soll. Israel hat es auch geschafft, allerdings auf Kosten des Holocaustes. 

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würde wohl nur erfolgreich sein, wenn die UN und über lange Zeit dessen Existenz und Sicherheit garantieren; und ggf. via Gewaltausübung exekutieren.

Natürlich nicht um den Preis einer vorherigen, weitgehenden Vernichtung des Volkes, aber der für mich noch akzeptablere Weg -und das betrifft ja nicht nur die Kurden- wäre ein gesicherter Minderheitenstatus in den jeweiligen Ländern. Nur der relative Wohlstand überdeckt doch in Europa die gerade wieder an Boden gewinnenden separatistischen Bewegungen, aufkommenden neuen Nationalismus.

Ich verweise da gern auf das noch aktuelle Buch von Ulrike Guerot und mit dem Titel "Warum Europa eine Republik werden muss", wo genau dieser notwendige Spagat diskutiert wird: Unterschiede zwar im Kulturellen, in Geographie, Umweltbedingungen etc. aber eben einheitlich, was die staatliche Verfasstheit, die Lebensverhältnisse, Legislative und Exekutive insgesamt betreffen. Eine Utopie, wie Guerot das selbst auch nennt.

Wollte hier vielleicht zu weit führen, aber ähnlich dem was Judith Butler (mit Bezug auf Martin Buber und andere) als einen positiv konnotierten sog. Kulturzionismus bezeichnen; eben als Gegensatz zu dem nationalistisch-religiös orientierten israelischen Zionismus. Butlers Buch "Parting Ways" geht genau in diese Richtung, ist für sie die Diaspora das Wesen des Judentums; nicht der Staat Israel.

Bild des Benutzers fahrwax

"Die" Kurden meines Herzens, lieber Herman, wollen keinen (National) Staat - sie wollen die demokratische Föderation. Damit meinen sie eine demokratische Willensbildung die strikt von "unten" aufgebaut ist.

Überschaubare Kleingruppen (z.B. Straßen, Dörfer) organisieren sich und ihre Anliegen selbstständig und schließen sich zu den nächst größeren Gremien autark zusammen - das meinte ich mit "am ehesten mit dem Rätemodel vergleichbar, oben im Text.

"Dauerhafte Lösungen für die Fragen sind nicht möglich, solange der Nationalstaat besteht. Wir müssen zur demokratischen Nation übergehen. Alle internationalen Beratungen zur Zukunft Syriens haben sich um das Modell eines Zentralstaats gedreht. Die Vorstellung eines dezentralisierten Syriens ist die Option, die alle einflussreichen internationalen Kräfte derzeit in Betracht ziehen. Wir als die gesellschaftliche demokratische Opposition haben von Anfang an den demokratischen Föderalismus als Lösung vorgeschlagen, was sich als die richtige und zutreffende Lösung erwiesen hat. Auf dieser Basis müssen der syrische Staat und die Sozialordnung sich der Aufgabe verschreiben, die politischen, juristischen, Verteidigungs-, sozialen, intellektuellen und ökonomischen Strukturen in Syrien auf der Basis von Demokratie wiederaufzubauen und zu erneuern. Zusätzlich ist ein demokratischer Gesellschaftsvertrag notwendig, der die grundlegenden Rechte und die Unabhängigkeit aller Völker und gesellschaftlichen Gruppen garantiert. Dieser Gesellschaftsvertrag muss ebenso die Rechte garantieren und Besonderheiten von Gemeinschaften schützen, die die Verwaltung in Syrien gestalten werden (den Syrischen Demokratischen Föderalismus).

In Syrien ist weder ein einheitliches tyrannisches Regime noch eine Fragmentierung der Völker eine angemessene Lösung. Diese Methoden bringen nur endlose Kriege und Massaker hervor. Der demokratische Föderalismus ist der einzige Weg, der die Rechte der Völker in einem vereinten demokratischen System garantiert, basierend auf einer klaren globalen Vision und der theoretischen und intellektuellen Kraft der Philosophie eines sozialen demokratischen Systems. Es ist das demokratische Gesellschaftssystem, das auf einer freiwilligen Verbindung zwischen Völkern und Gruppen basiert, die in einer freien, gleichen und gerechten Gesellschaft leben. In diesem System sind Gesellschaften gleich und keine ethnische oder religiöse Gruppe kann andere unterdrücken. Die Gesellschaften werden ihre einzigartigen Identitäten und Freiheit innerhalb dieses Systems bewahren. Daher ist der demokratische Föderalismus der richtige Weg, die demokratische Unabhängigkeit von Gebieten und Gruppen untereinander sicherzustellen.

Erforderlich ist ein Maß an Autarkie für jede Region und ein Platz im demokratischen Föderalismus. Die Gesellschaft muss anerkennen, dass das Ziel einer ökologischen, demokratischen und sich im Gleichgewicht befindenden Gesellschaft es erfordert, einer größeren Vereinigung beizutreten und gleichzeitig ihre Identität in einem demokratischen föderalen System beizubehalten. Dies ist ein System nicht nur für Syrien, sondern zur Lösung der tiefverwurzelten und komplexen historischen und gesellschaftlichen Probleme im Nahen Osten. Im konkreten Fall besteht ein demokratischer Föderalismus in Syrien aus Araber_innen, Kurd_innen, Suryoye, Assyrer_innen, Armenier_innen, Turkmen_innen, Tschetschen_innen, Muslim_innen, Christ_innen, Drus_innen, Alawit_innen und Yesid_innen und anderen ethnisch-religiösen Gruppen."

(Hervorhebungen von mir) Die Quelle war bereits oben im Text verlinkt: http://civaka-azad.org/6991-2/ 

Interessant ist dabei, das diese Gedanken auf den Herrn Öcalan, der schon ewig im türkischen Knast sitzt, zurück geht. Jeder Personenkult ist absolut für den Popo, aber sein Konzept ist korrekt.

Ich meine die unmittelbaren Forderungen dieser dezentralen Organisationsform entsprechen meinen (unseren?) Anliegen, sogar bis ins Weserbergland.:Ich jedenfalls kann mich damit identifizieren - halte sie für  tragfähig:

 

"Die Ziele des Demokratischen Föderalen Systems von Rojava – Nordsyrien sind dementsprechend die Folgenden:

1. Die grundlegenden Rechte und Freiheit aller Völker und Gruppen, die in Syrien leben, sicherzustellen und ein gerechtes, freies und demokratisches Gesellschaftssystem zu erzielen, das nicht versucht, den zerfallenen Staat wiederzuerrichten, sondern darauf abzielt, die demokratischen Einrichtungen der Gesellschaft auf der Basis der internationalen Menschenrechtskonventionen zu organisieren.

2. Ein demokratisches und föderales Syrien anstelle einer zentralisierten Verwaltung zu errichten, indem die historischen, geographischen, kulturellen, demographischen und ökonomischen Charakteristika bei der Einrichtung der demokratischen Föderationen berücksichtigt werden.

3. Selbstverwaltete Regionen aufzubauen, die ihre eigenen Angelegenheiten auf der Grundlage der Prinzipien demokratischer Selbstverwaltung in ökonomischen, sozialen, Sicherheits-, Gesundheits-, Bildungs-, Verteidigungs- und kulturellen Angelegenheiten selbst regeln. Die Grenzen dieser Regionen und ihre Befugnisse und Rechte werden durch die Gesetze der Demokratischen Föderation von Rojava – Nordsyrien bestimmt.

4. Das Individuum zu befreien und Gemeinschaften und Völker zu organisieren. Jede Region trifft und implementiert ihre eigenen Entscheidungen, solange diese nicht den Prinzipien des Gesellschaftsvertrags, der durch den freien Willen der Bevölkerungen zustande kommt, widersprechen. Der Gesellschaftsvertrag der Demokratischen Selbstverwaltung bleibt die Hauptquelle. Gemeinschaften und Völker sind auf der föderalen Ebene organisiert und dafür verantwortlich, ihre eigenen Selbstverwaltungen zu gründen.

5. Die Freiheit der Frauen ist Grundprinzip des Demokratischen Föderalen Systems. Frauen haben das Recht auf Chancengleichheit und gleiche Teilnahme und darauf, ihre eigenen Angelegenheiten selbst zu entscheiden. Frauen sind zudem gleich repräsentiert in allen Aspekten des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens. Das Prinzip der Kopräsidentschaft, das auf der Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Belangen des soziopolitischen Systems beruht, muss umgesetzt werden. Frauen haben im Demokratischen Föderalen System das Recht sich autonom zu organisieren.

6. Das soziale System des Demokratischen Föderalen Systems von Rojava – Nordsyrien basiert auf der Grundlage von Räten, Akademien, Kommunen und Kooperativen. Diese Institutionen erhalten ihre Legitimität durch freie Wahlen der Bevölkerung und der lokalen Gemeinschaften. Jede gewählte Verwaltung wird kontrolliert und einer jährlichen Uberprüfung durch die Körperschaften, die ihre Mitglieder gewählt haben, unterzogen. Diese haben zudem das Recht, ihre Mitglieder auf dieselbe Art und Weise wieder abzuberufen.

7. Die Föderation nimmt sich zum Ziel, eine ökologische / an der Umwelt orientierte Industrie und eine gemeinschaftliche Ökonomie aufzubauen und dabei die Ausbeutung durch Kapital und monopolisierte Profite auszuschließen. Sie will durch die Bereitstellung der materiellen und sozialen Notwendigkeiten ein angemessenes Level des wirtschaftlichen Lebens erreichen.

8. Das Konzept der legitimen Selbstverteidigung zum Schutz der Nation und der Bevölkerung zu entwickeln und das Recht der Gruppen zur legitimen Selbstverteidigung zu akzeptieren – die organisierten sozialen Kräfte und ihre demokratische Partizipation sind die Basis der legitimen Selbstverteidigung.

9. Das Demokratische Föderale System von Rojava – Nordsyrien nimmt die politischen und moralischen Werte an, die durch die drei Prinzipien von demokratischer Gesellschaft, Ökologie und Freiheit der Frau geformt werden. Es stützt seine internationalen und regionalen Beziehungen auf Frieden, Dialog und Konsens. Es verfolgt eine Politik der Freundschaft und des Friedens als Schlüsselstrategie in der internationalen Politik.

10. Alle in Syrien lebenden Völker und Gemeinschaften haben das Recht, politische, ökonomische, soziale und kulturelle demokratische Partnerschaften mit allen Nationen oder Gesellschaften der Region oder weltweit zu entwickeln, die dies möchten oder die einen ähnlichen Glauben und eine ähnliche Kultur teilen, solange diese Beziehungen nicht in die Ziele und Interessen der Demokratischen Föderationen Syriens eingreifen.

11. Auf der regionalen Ebene zielt das Demokratische Föderale System von Rojava – Nordsyrien auf die Realisierung einer demokratischen Föderation im Nahen Osten and die Entwicklung einer demokratischen Vereinigung aller Völker, die im Nahen Osten leben, in allen politischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Aspekten. Es überschreitet die nationalen Grenzen des Staates, um ein friedliches, geschwisterliches und nachbarschaftliches Leben für alle zu erreichen.

12. Das Demokratische Föderale System von Rojava – Nordsyrien glaubt fest an die führende Rolle der Jugend innerhalb der Gesellschaft, betrachtet diese als seine effektive Kraft und sichert ihre Teilnahme in allen Feldern.

13. Ein demokratisches föderales System sichert die Einheit des syrischen Territoriums.

Die Konstituierende Versammlung des Demokratischen Föderalen Systems von Rojava – Nordsyrien"

Quelle wie oben: http://civaka-azad.org/6991-2/

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@ebertus

siehe was ich Herman zu den Absichten der Konstituierenden Versammlung des Demokratischen Föderalen Systems von Rojava – Nordsyrien schrieb: "die" Kurden gibt es eben (noch) nicht, nur fraktionierte Gruppen.

Das Rojava und seinem Model der Selbstorganisation dabei ein hoher "Ansteckungsgrad" zukommt, kann ich nur hoffen - das entscheiden alle Kurden im Zusammenhang mit allen dort, auf diversen künstlichen Staatsgebieten, lebenden Ehtnien - wer sonst?

Was aus Garantien von "Schutzmächten" wird, ist in der ganzen Region der fürchterliche Stand der Dinge: Machtpolitik & Geostrategie zu Lasten der Lebenserwartung der Einwohner. Nichts anderes wird dort, seit Jahrhunderten betrieben - immer über die Köpfe der Menschen hinweg.

Die UN ist selbst ein Produkt solcher Machtpolitik, wie könnte sie anderes gerieren? Schau, was aus den lybischen "Flugverbotszonen" resultierte....., eine Bandenherrschaft die nun von der EU gesponsert wird, damit die Flüchtlingsghettos, möglichst weit entfernt von den EU-Grenzen, weitgehend unsichbar untergebracht werden können.

19 Millionen Afrikaner sollen auf dem Weg nach Europa sein und die Ersauferei im Mittelmeer ist hier medial nicht mehr erklärbar mit den "westlichen Werten".

Das haargenau die westliche Wertschöpfung die Fluchtursache Nr. 1 ist, bleibt unter dem Teppich - egal was das Merkel dazu heuchlerisch von hochgefährlichen "Schlepperbanden" lispelt. Sie, wie auch der schmutzige Rest der Geostrategen, ist die Geisel der kapitalitischen Weg-Schlepperbande, aber darüber wird nicht geredet.

Die Diaspora der Juden und die der Kurden leiden beide an ethnischer Verfolgung. Aber die Kurden meines Herzens halten sich eben nicht für ein überlegenes, auserwähltes Volk - sondern wollen sich friedlich mit den de Nachbarn einigen (siehe oben).......

Ich halte das nicht für Strategie, sondern für Überzeugung - die ich liebend gern teile.

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Lieber Werner,

werde Dir vielleicht Morgen noch antworten. Nur Eines jetzt: Diese Gedanken von Föderalismus verschiedener Kulturen, das haben wir ja einigermassen in einer EU Struktur. Das in Syrien jetzt zu fordern ginge im Grunde nur, wenn in einer Übergangsphase die UN ein Mandat über 20 Jahre erhielte und so eine Föderation sich in friedlicher Weise entwickeln könnte. Das ist m. E. zum jetzigen Zeitpunkt ein Wunschtraum, da der Sicherheitsrat so etwas nicht absegnen würde. Auch haben die Kurden in den anderen Staaten andere Vorstellungen. Mehrheitlich der Traum von einem geschlossenen Kurdenstaat. Allerdings haben die Kurden in der Diaspora diesen Traum wohl mehrheitlich nicht (siehe Maries Kommentar), da sie in westlichen Staaten relativ integriert, frei und materiell abgesichert leben. Ein entbehrungsreicher Neuanfang im Orient (falls ein Staat oder gesicherte Region existieren würde) können sich die wenigsten Kurden in Westeuropa vorstellen. Viele Juden aus dem Westen sind auch erst dann nach Israel zurückgekehrt, als dort die materielle Situation vergleichbar gut war.

Noch ein schönes Wochenende in der Eifel, Hermann

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@ Hermann

....., liest du vieleicht noch einmal die Wünsche meiner Lieblingskurden wie ich sie auffasse: http://fahrwax - Sa, 04/02/2017 - 11:17

Die EU-Struktur und die der UN sind jedenfalls - als Garanten der Ausbeutung -  das komplette Gegenteil dieser Absichten.

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Die UN ist aktuell die einzige überstaatliche Institution, die eine Überwachung einer im Aufbau befindlichen Förderation übernehmen könnte. Eine Schutzmacht wie die USA, Russland oder China? Unmöglich.

Was die EU anbelangt, so ist sie ein Beispiel, wie eine Föderation mit unterschiedlichen Kulturen aussehen könnte. Nur hinkt der Vergleich, weil die Staaten-Nationen Europas eine 1000 jährige Kriegsgeschichte hinter sich haben und nur durch den drohenden Atom-Schirm ruhig gestellt sind.

Die Absichten der Kurden, ein völlig neues Gesellschaftssystem aufzubauen, können sie nur in einem international garantierten eigenen Territorium realisieren. Zusammen mit den anderen Kulturen in Syrien ist das aktuell nicht möglich. Da würde sofort wieder ein Bürgerkrieg ausbrechen.

Dass UN und EU beileibe keine Vorbilder sind, wissen wir nur zu gut. Aber EU und UN haben ein gemeinsames Interesse daran, dass der Krieg beendet wird und die noch vorhandene Bevölkerung auf eigenen Territorien einen Neuaufbau beginnen kann anstaat wie bisher aus der angestammten Heimat zu fliehen.

Ich habe so eine Entwicklung in Bosnien miterlebt, auch in Kosovo, wo zumindest der Krieg beendet wurde. Wären dort keine Garantiemächte anwesend, würde der Krieg endlos weitergehen. Unzweifelhaft ist, dass die Arbeit von EU und auch UN eine von Bürokraten und Militárs ist, die mehrheitlich keinerlei Ahnung von praktischer Friedens- und Versöhnungspolitik haben. Willst Du da eine gute Politik machen, wie bspw. in D bezüglich "Integration" (wo auch sträflich versagt wird), wirst Du sofort ausgebremst. Bürokraten denken zuerst einmal an sich selbst. Die lokale Bevölkerung in Not ist nur nützlich, um satte Knete abzuschöpfen. Das ist die traurige Realität. Deshalb: Ein neolkoloniales und paternalistisches Herangehen darf nicht länger geduldet werden.    

"Wenn man den westlichen Medien folgt, sind die Kurden, die im Irak, und natürlich auch in Syrien einen eigenen Staat gründen wollen, demokratisch legitimiert und berechtigt, endlich in einem solchen zu leben. Einige Linke glauben ernsthaft, dass die mit der Kurdischen Arbeiterpartei, PKK eng zusammenarbeitenden Kurden in Syrien eine „sozialistische und emanzipatorische Revolution“ (Interview von Peter Schaber mit Cemil Bayik, Gründungsmitglied der PKK, Zitat von Bayik) beginnen. "

https://www.rubikon.news/artikel/syrien-kurdistan-und-das-grosse-schachs...