13 Nov 2016

Vom Spiegel über die FC zur FAZ

Submitted by ebertus

"Breitbart" - Das nächste große Ding in Sachen eines medialen "Gott sei bei uns"; demnächst wohl auch in deutscher Sprache.

Drei Sichten auf dieses "nächste große Ding" sollen hier nun angesprochen und kurz diskutiert werden, sind unten verlinkt. Breitbart ist eine eher konservative, oft schräg, oft auch krawallig daherkommende Website, derjenigen im "Clown-Car" (Laurie Penny) des Donald Trump. Breitbart scheint einen gewissen Nerv an Informationsbedürfnis zu befriedigen, welches ansonsten und im herkömmlichen US-TV wohl primär von Fox-News abgedeckt wird. Also für intellektuelle, gar elitäre gute Linke hierzulande alles etwas zu schmuddelig ...


Zuerst der Spiegel, ist mir die zuständige Redakteurin bislang noch nicht in den Blick geraten; was jedoch an meiner mittlerweile weitgehenden Spiegel-Abstinenz liegen mag. Allerdings hat Britta Kollenbroich die Trigger bereits voll d'rauf. Sexuelle Belästigung, Gewalt gegen Frauen und bei dem primär ad personam orientierten Text zu den alten weißen Männern fehlt lediglich Milo Yiannopoulos. Aber der ist schwul, außerdem wohl noch erheblich zu jung; passt also nicht in die Spiegel-Erzählung, das in dem Artikel entwickelte Narrativ von "The Good, the Bad and the Ugly".


Dann die Freitags-Community, ist ein vormals theatralisch Abschied Nehmender, ist nach einigen kürzlich gesehenen Aufwärmkommentaren jetzt der Eddy aka, aka, aka wieder voll da. Ein langer, dichter Text mit vielen Links, der dieses "Wer kennt wen" zu Breitbart und dessen Machern, dessen Dunstkreis mal richtig unter die Lupe nimmt. Connections wohin man schaut, worüber irgendwann, irgendwie und irgendwo wer auch immer verhaftet werden kann. Eine Zusammenfassung fehlt, selbst wenn man endlich auf der letzten Seite angekommen ist. Die Botschaft des Textes erschließt sich mir nicht wirklich.


Und schließlich ist da noch der Don Alphonso, eine Kunstfigur aus der FAZ, welche von einem dortigen Redakteur als Blogger an der langen Leine geführt wird. Die Überschrift seines Textes ist nicht mein Ding, ist zu provozierend und findet sich dann auch im weiteren Text nicht wirklich wieder. Aber ok, es ist ein Zitat, von Milo Yiannopoulos wohl. Interessanter ist, dass Don Alphonso am Beispiel eines Artikels bei Breitbart dann wirklich inhaltlich wird; ganz anders eben, als in den zwei hier vorgenannten Texten. Ein Artikel zu den Kollateralschäden der Globalisierung, welcher genauso in der taz oder einem anderen, ehemals vermeintlich linken Medien stehen könnte.


Ok, wer selber denken mag, lediglich "inhaltlichen" Horizont benötigt, dem sei Don Alphonso empfohlen.

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Der Spiegel zu "Trumps Gehirn"

Ein FC-Blogger zum "War On"

Don Alphonso über "Sagbare Dinge"

Ein Termite über "Laurie Penny im Feindesland"

Kommentare

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und so wie ihr mich kennt, ist mir vieles dort bei Breitbart auch zu krawallig.

Nur zeigt genau das, diese Provokation sehr schnell die Bigotterie der selbsternannten Guten; keinen Deut besser!

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weil des Englischen halbwegs mächtig, die gepflegt zelebrierte Antisemitenjagd immer mal mein Thema.

Und eben diese selbsternannten Antisemitenjäger -auch in der FC- müssen nun ganz tapfer, auf jeden Fall elastisch sein.

Dass in Israel und relativ offiziell die Wahl von Trump begrüßt wird, das wird im hiesigen medialen Mainstream auf ganz kleiner Flamme gekocht, muss man dahingehend schon über den Zaun schauen, beispielsweise auf die NZZ.

Mehr noch und definitiv hier zum Thema "Breitbart" passend ist dieser Freispruch in Form einer Absolution, welche die Anti-Defamation League (ADL) dem Trump-Chefstrategen Steve Bannon zukommen lässt.

"We are not aware of any anti-Semitic statements from Bannon."

Das Statement ist schon erstaunlich, entlarvt und verhaftet die ADL doch sonst jeden auch nur vermuteten Kritiker Israels sofort als Antisemiten. Es lohnt sich ebenfalls, den relativ eingans dieses Breitbart-Artikels verlinkten Originaltext der ADL zu lesen.

Nun warten wir noch ab, ob und wie sich das hehre Simon Wiesenthal Center (SWC) zur Causa Trump äußert.

Ja, die vom SWC sind auch hierzulande nicht ganz unbekannt, haben doch den Freitagsherausgeber gnadenlos als Antisemiten enttarnt, einem globalen Ranking (Platz acht bei den Schlimmsten) unterzogen, die hiesige antideutsche Fraktion zum Hyperventilieren gebracht.

aber irgend wie, weil es doch um Medien geht:

https://www.youtube.com/watch?v=oFfwHdXHuOo

Eine dieser unsägliche Illner-Runden, die sich anzuschauen zweifelsfrei verschwendete Lebenszeit ist. Nun, da es bei mir nicht mehr die Jugend ist, die ich verschwende, habe ich es getan.
Und bereut
Reumütig kehre ich zurück zu den Eichhörnchen-Vids

Um die Minute 15 rum macht einer der Diskutanten, der war mal Berater von Haider, einen Text darüber, wie er meint, wie Menschen wirklich leben, was ihre Probleme sind, was sie umtreibt: 100 Millionen Europäer, die nicht mehr von ihrer Vollzeitarbeit leben können, 50% Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, die Reallohnentwicklung in den USA usw. Die Illner - ist es ein Hassposting, wenn ich schreibe, dass ich sie für einen wirklich bösen Menschen halte? - schnappt sichtbar nach Luft, würgt den Sprecher ab: "Das haben wir jetzt verstanden!" Dann spricht so ein SPD-Mensch, dessen Namen ich mir nicht merken konnte, den ich mir auch nicht merken kann und der so unglaublich unsympathisch erschien, dass ich sicher bin, ihn bestimmt noch sehr oft sehen zu müssen. Er wird die gerade vorgetragenen Phrasen jetzt mal in Ordnung bringen.

Ich bin wirklich meilenweit davon entfernt, der rechten Rhetorik glauben zu schenken. Ich habe eine ziemlich klare Vorstellung davon, was sie machen werden, wenn sie an der Macht sind. Und nichts davon finde ich gut. Aber meine Verachtung für die sich als "links" denkenden politisch Etablierten, wächst gerade zu ins Unendliche.

Es erregt noch noch Übelkeit.

https://www.youtube.com/watch?v=K_BbgxBtDQ4

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statt dem gepflegten Schmunzeln nicht gleich einem breiten Lachen Raum zu geben.

Breitbart, noch nicht in deutscher Sprache und dennoch bereits einem morbiden Charme des Verbotenen verhaftet.

Milo Yiannopoulos macht sich lustig über die Stars und Sternchen Hollywoods, welche angekündigt hatten, bei einem Sieg von Trump das Land, die USA verlassen zu wollen. But wait ...

"As you’d expect, none of the famous people who threatened to leave the country are in a rush to do so."

Klar, die habe es jetzt erstmal nicht eilig, müssen eher zurück rudern, zumindest relativieren. Dabei hat Milo den ultimativen Tip für die armen  Prominenten: Cuba!

Ok, infrastrukturell muss dort noch etwas passieren

"Yes, there are some rough edges. Havana would need a massive number of Starbucks franchises and better 4G connectivity for all the “look at me with poor brown people” selfies."

Fast so wie hierzulande, wo die guten die neulinken, die urbanen, die gebildeten, die jungen Menschen mit ihren iPhones gern äußerst betroffene, sich mit dem Leid der Welt solidarisierende Selfies mit armen, dunkelhäutigen Menschen machen; nicht nur unser aller Angie freudig dabei ist.


"Viva la Revolución! The rest of us will get by with a simple “Adios"