11 Mai 2015

Ein konstruierter Gegensatz?

Submitted by ebertus

"wir gegen die" Eigentlich ist Wolfgang Kaleck ein Guter, einer von denen, welche die Welt im Großen und das (unser) Gemeinwesen im Kleinen mehr, mehr... wo es weitere braucht.

"Was mich an der aktuellen Debatte um die BND-Affäre so nervt? Es ist der nationalistische Unterton."

Gut gebrüllt lieber Löwe, lieber Menschenrechtsanwalt; und gern hätte ich dazu Konkretes, (namentlich) Benennendes gelesen, gerade was unser Gemeinwesen betrifft, wo doch bereits die Überschrift im diesem ZEIT-Beitrag  im dortigen "wir" uns (alle) unterstellend vereint.

Viel Richtiges folgt nach diesem Opening, gerade was die oft gespielte Entrüstung und nachfolgend das beredte Schweigen, dieses im Grunde "weiter so" unseres staatstragenden Politikpersonals betrifft.

Aber dann, danach kommt es - dachte ich...

Wenn Rassismus, Exklusion, Nationalismus allenthalben sich zeigt, wie es gar eine Sub-Überschrift dort in dem ZEIT-Artikel verlautet, dann wäre es nicht nur richtig, wäre es hohe Zeit und mehr als angebracht, diesen postulierten Sachverhalt konkret, an Beispielen, gar an Namen behaftet zu benennen. Und es wäre ebenso eine Gelegenheit -mal unterstellt, die Überschrift gilt- nach dem woher, dem warum zu fragen.

Ein wenig NSU, ein wenig Le Pen (der Alte versteht sich), die braven Schweizer so im Allgemeinen und dann eine Prise Israel, abgeschmeckt mit Ferguson und Baltimore. That's all.

Ja, nichts Konkretes weiss man nicht, sagt man nicht, schreibt man eh' nicht hin. Und wie bereits zum woher und zum warum wenigstens implizit angefragt: sind gesellschaftliche Prozesse wohl nicht so das Thema des Anwalts, kümmert er sich primär bis ausschließlich um die direkten Ergebnisse staatlichen Handelns, natürlich ebenfalls um die Kollateralschäden des faktischen, des alternativlos Seienden.

Ansonsten:

"sich mit dem strukturellen Problem unkontrollierbarer Geheimdienste zu befassen"

ist genau die Aufgabe von wem?

Und dann ist's bereits gut, war es das lieber Anwalt? Mal so ganz salopp gefragt, die bislang dort bei der ZEIT aufgelaufenen Kommentare, diese mitzudenkenden Ansatz- bzw. Kritikpunkte vorerst unberücksichtigt gelassen.