22 Apr 2019

Quartalsauflagen - Die letzte ...

Submitted by ebertus

Ehe die Website der Termiten Anfang Mai 2019 in den weiterhin offen lesbaren Archivstatus überführt wird, hier nun ein letztes Mal und in aller Kürze, was das erste Quartal 2019 angeht, meine drei cent zu den Quartalsauflagen der deutschen Printmedien.


Ok, man könnte Häme empfinden, was da beim Stern (minus 12,6 %), oder gar bei Springers Welt (minus 17 %) passiert. Nur ist das Ganze, sind die IVW-Zahlen aus meiner Sicht immer weniger zu verallgemeinern. Irgendwas stimmt da nicht, müssten doch ansonsten flächendeckend die Pleitegeier kreisen; tun es aber offensichtlich nicht.

Getrickst wird auf jeden Fall mit den sog. Bordexemplaren und anderer weicher Ware, bei der sich die Erlöse in sehr engen Grenzen halten dürften. Und kreativ angepasst werden die Auflagen wohl immer großzügiger mit den sogenannten e-papers. Für diese dürften -gemäß dem Kontext der begleitetnden Texte bei MEEDIA- auch separate Zahlen vorliegen, nur werden diese nicht veröffentlich, könnten sich ggf. einer vertiefenden Nachprüfung nicht standhalten.

"Wie auch die Zeitungen Zeit und Handelsblatt steigert Der Spiegel seine digitalen Abonnenten massiv, gewann allein hier mehr als 20.000 Kunden hinzu. Das Minus bei Papier-Abos und im Einzelhandel wurde dadurch klein gehalten."


"Massiv gesteigert" ..., und wo kommen denn diese vielen, vielen neuen  Kunden her? Nicht nur für mich ist das klar, können bisherige Print-Abonennten für wenig Geld auch einen Zugriff auf die e-papers erhalten. Diese Kunden  sind somit und in der Regel wohl keine echten, werden im schlimmsten Fall einfach doppelt gezählt. In dem Zusammenhang wohl durchaus vorhanden, so werden auch die Zahlen des Einzelverkaufs vs. der Abos nicht getrennt veröffentlicht, sondern nur in der Summe. Und gerade mit den Abos kann man ja vorzüglich tricksen, ähnlich wie diesem "Geld aus dem Nichts schöpfen" auch immer neue (Werbe)abos generieren.

Die papiernen Kioskrückläufe dagegen sind immerhin gedruckt und man kann sie einrechnen, dann dem Recycling zuführen; wie der (noch) taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch weiss:

"Die Verlage registrieren es an den Rückläufen vom Kiosk, die aus dem Zeitungsvertrieb eine aufwändige Art von Papier-Recycling gemacht haben: die Zeitungen werden am frühen Morgen an die Kioske ausgeliefert, um am Abend zu neunzig Prozent wieder als Altpapier dort eingesammelt zu werden."

Werden diese (90 % ...?) Rückläufer eigentlich wieder rausgerechnet?


Etwas stärker bergab (minus 4,5 %) geht es diesmal bei der Sueddeutschen (SZ), während sich die taz mit minus 1.0 % noch halbwegs halten kann. Klar, auch die minus 6,6 % beim Neuen Deutschland (ND) sind, verglichen mit früheren, noch stärkeren Einbrücken schon bald als eine Art Stabilisierung zu verstehen.

Was mir in den letzten Monaten auch noch aufgefallen ist, dass immer mehr Qualitätsmedien sich dem Online-Besuch verweigern, sobald vom potentiellen Leser ein Werbeblocker eingesetzt wird. Auch die Zeit droht das inzwischen an, wird es wohl demnächst ernsthaft umsetzen. Gleichzeitig und nicht nur bei der ZEIT verschwinden immer mehr Artikel hinter dem "+", sind also nur noch mit einem e-paper Abo zu lesen, was ja dann bald jeder Papierfreund und freundlich gedrängt, dann haben dürfte; die eben doppelte Zählung eingeschlossen.

Schlußendlich, und was mir gerade bei einigen Online-Streifzügen über die Ostertage auffällt, das sind die immer geringer werdenden Zyklen an Erneuerung redaktioneller Inhalte, an neuen Beiträgen etc. Klar, da kann massiv gespart werden und bei der taz wurde über die Ostertage sogar die Kommentarfunktion abgeschaltet - wieder eine halbe, in der Regel prekär bezahlte Stelle weniger ...

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Kommentare

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Erinnerst du dich an die Anzahl der Autoren beim Freitag?

Ich hatte mal Stichproben gemacht und festgestellt, daß es wesentlich Dateileichen sind, die sich mal angemeldet hatten und nix mehr von sich lesen ließen.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Was soll's
 

die gibt es auch hier. Aber ich sehe das eher locker, mag auch selbst immer gern Herr meiner Entscheidungen sein.

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wäre das übliche Schweigen im Walde der sogenannten Qualitätsmedien.

Diese IVW-Zahlen werden bestenfalls in irgendwelchen alternativen Blogs erwähnt. Die es angeht, ja geradezu direkt betrifft, die schweigen nach wie vor. Und genau das ist ein Indikator dafür, dass schnöde Betriebswirtschaft nicht nur bei den zwangsfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen keine Rolle spielt; auch die privatwirtschaftlich und die genossenschaftlich aufgestellten Medien sind ab einer gewissen Größe, ab einem gewissen Einfluß auf relevante Wählerschichten von Ökonomie zunehmend frei.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Noch zu erwähnen
 

Nimm die Verlage als betriebswirtschaftliche Körperschaften, dann haben alle Verlage mehrere Standbeine, in die ihre Redaktionen ihren täglichen Müll entleeren können. Da macht es die Mischalkulation der Gesamtrechnung inklusive E-Papers, Werbung, Verkauf an andere Verlage  und Print.

Z.B: Springer

Bild, Welt, Bild der Frau, ...